Neuer Kurs für LoGolf: Arjan Ribbe setzt auf Wissen, Service und Innovation

Von Sem van Lit Apr 20, 2026

Mit Arjan Ribbe hat LoGolf einen neuen Eigentümer erhalten, der nicht nur unternehmerische Erfahrung mitbringt, sondern auch eine klare Vision für Marketing, Branding und Kundenkontakt. Ribbe stammt aus der Werbewelt, arbeitete auf Agenturseite und glaubt fest an die Kraft greifbarer Medien. Genau deshalb sieht er in Golfpromotion eine große Zukunft. Seine Pläne für LoGolf sind klar: mehr Wissen, modernere Systeme, mehr Komfort für Wiederverkäufer und eine stärkere Position in Europa. Dabei bekommt er unter anderem Unterstützung von Severiano Prins, seit April an Bord als Golfkenner und für die Geschäftsentwicklung.

Ribbe ist kein klassischer Branchenmann, der seine gesamte Laufbahn in werblichen Produkten verbrachte. Sein Hintergrund liegt in der Werbe- und Marketingwelt, wo er bei Agenturen arbeitete und eine eigene Agentur gründete. Er erlebte die Entwicklung von traditionellen Kampagnen hin zu Online, Mobile und der immer weiter vorangetriebenen digitalen Werbemaschine. Genau diese Erfahrung erklärt, warum er jetzt so stark an greifbare Markenerlebnisse glaubt.

„Marketing und Branding bleiben,“ ist im Kern seine Überzeugung, „aber am liebsten bei Dingen, die man wirklich anfassen kann und die gut sichtbar sind.“ Und genau hier berührt für ihn die Welt von LoGolf etwas Fundamentales: eine Nische mit greifbaren Produkten, eine klare Zielgruppe und eine Sportart, die seiner Meinung nach nicht verschwinden wird. „Golf wird nicht verschwinden,“ sagt er nüchtern. „Ich glaube nicht, dass ich das Ende davon erleben werde.”

Diese Kombination aus persönlichem Interesse und geschäftlicher Logik machte LoGolf für ihn attraktiv. Ribbe selbst spielt Golf seit seinem vierzehnten Lebensjahr und kennt den Sport also nicht nur aus der Ferne. Gleichzeitig betrachtet er als Marketer den Wert des Produktangebots drumherum. Denn Golfpromotion dreht sich längst nicht mehr nur um eine Schachtel Bälle mit einem Logo.

Natürlich sind Bälle ein wichtiges Produkt, aber wer LoGolf nur mit Golfbällen assoziiert, kennt nur einen Teil der Geschichte. Ribbe führt das im Interview fast beiläufig vor: Allein in den Niederlanden werden jährlich Millionen Golfbälle verwendet. Drumherum gibt es aber eine breite Welt an Artikeln: Tees, Pitchgabeln, Caps, Handtücher, Fahnen, Accessoires für Betriebsgolf-Tage und Produkte echter Golfmarken wie Titleist, Callaway und TaylorMade. Das macht den Markt interessanter als viele denken.

Nach Ribbe liegt die Stärke von LoGolf gerade in dieser Breite, kombiniert mit Spezialisierung. Ein Wiederverkäufer muss nicht nur ein Logo auf einen Ball drucken lassen, sondern kann auch ein komplettes Angebot rund um ein Golfevent erhalten. Und hier zeigt sich sofort ein wichtiger Unterschied zu Generalisten: Beim Golf ist Produktwissen essenziell. Eine Pitchgabel ist nicht einfach nur ein Giveaway und eine Cap nicht einfach nur eine Cap. Ein Marker auf der Krempe, ein atmungsaktiver Stoff, eine Premium-Ausstrahlung einer bestimmten Marke, das sind Details, die entscheidend sind.

Deshalb will Ribbe LoGolf ausdrücklich als Spezialisten positionieren. Nicht nur im Sortiment, vor allem im Wissen. „Wir wollen Golf atmen, leben, besitzen,“ sagt er irgendwo im Gespräch. Das beschreibt gut, wie er die Zukunft des Unternehmens sieht: nicht nur Kisten verschieben, sondern Partner für Wiederverkäufer sein, die ihre Kunden gut beraten wollen.

Diese Wissenskomponente erhält sofort ein Gesicht mit dem Einstieg von Severiano Prins, der seit April bei LoGolf arbeitet. Ein auffälliger Name, denn ja, er wurde tatsächlich nach der Golflegende Severiano Ballesteros benannt. Und das passt eigentlich perfekt. Prins ist nicht nur Liebhaber des Sports, sondern war selbst Profi und bringt damit genau die fachliche Expertise mit, auf die Ribbe aufbauen will.

Seine Rolle im Unternehmen ist daher vielsagend. Severiano wurde nicht einfach eingestellt, um Bestellungen zu bearbeiten oder ein bisschen Vertrieb zu übernehmen. Er ist genau dafür da, das Sortiment zu stärken und Kunden fundiert zu beraten. Um zu erklären, wo der Unterschied zwischen einem netten Giveaway und einem guten Golfprodukt liegt. In einem Markt, in dem viele Einkäufer oder Distributoren nicht täglich mit Golf zu tun haben, kann das den Unterschied machen. Sicher in Kombination mit der erfahrenen Kraft Kim van den Akker, vielen ein bekannter Name.

Für Ribbe ist das entscheidend. Er sieht LoGolf nicht als einen anonymen Bestellplattform, sondern als eine Partei, die Technologie und persönliche Beratung klug kombiniert. Kein nostalgisches Unternehmen, das in der Vergangenheit hängen bleibt, aber auch keine Organisation, die alles „wegautomatisiert“, bis der menschliche Kontakt verschwunden ist. Genau dieses Gleichgewicht scheint der Kern seiner Pläne zu sein.

Im Hintergrund wird deshalb kräftig erneuert. LoGolf erhält eigene, aktuelle Software, ein neues ERP-System, eine neue Website und einen neuen Webshop. Das ist nicht nur eine technische Operation, sondern auch strategisch. Ribbe will es den Kunden einfacher machen, zu bestellen, nachzubestellen und Einblick in Produkte und Lagerbestände zu erhalten. Das Unternehmen arbeitet außerdem an einem digitalen Katalog, der immer aktuell ist, sodass nicht verfügbare Produkte automatisch aus dem Angebot verschwinden. Und denkt bei LoGolf an Tools, mit denen Kunden ihre eigenen Endkunden direkt bedienen können.

Das klingt effizient, und das ist auch genau die Absicht. Ribbe merkt, dass viele Wiederverkäufer nach Wegen suchen, mit den gleichen Leuten mehr Arbeit zu erledigen. Wenn LoGolf dabei mit cleveren Tools Zeit sparen kann, wird es nicht nur einfacher, Geschäfte zu machen, sondern auch attraktiver, mit diesem Spezialisten zusammenzuarbeiten. Ab dem 1. Januar ist Mark van den Bosch bei LoGolf tätig, um den gesamten Betrieb zu optimieren.

Gleichzeitig will Ribbe nicht in digitale Distanz abgleiten. Im Interview äußert er sich auffallend scharf zu Unternehmen, die ihren Kundenkontakt vollständig hinter KI-Bots verstecken. Das sagt einiges über seine Sichtweise aus. Automatisieren, was langweilig und repetitiv ist: ja. Zum Beispiel Lageranfragen, Bestellstatus oder Standardinformationen. Aber die gewonnene Zeit soll gerade für die echte Beratung genutzt werden. Für Fragen wie: Welches Produkt passt zu dieser Zielgruppe, welche Golfmarke passt zu diesem Image, und was ist in diesem Kontext wirklich klug?

Das ist zugleich ein interessantes Versprechen an den Wiederverkäufer. LoGolf will kein Konkurrent seiner Kunden werden. Ribbe ist hier klar. Das Unternehmen bleibt bewusst auf den Wiederverkäufer fokussiert und sieht es als seine Aufgabe, diesen Partner im Hintergrund zu stärken. Das bedeutet Wissen bündeln, Märkte verstehen, Lieferzeiten gut einschätzen und wissen, was in welcher Periode realistisch ist oder nicht. Beim Golf dreht sich vieles um Timing, Saisonstart, Markenpräferenz und Verfügbarkeit. Dann hilft es, wenn man einen Partner mit Spezialwissen hat, der erreichbar und nah ist.

Kurzfristig liegt der Fokus vor allem auf Zuhören und Lernen. Ribbe ist im intensiven Gespräch mit Kunden, um genau zu erfahren, wo deren Bedürfnisse liegen. Nicht jeder Wiederverkäufer fragt dasselbe. Der eine sucht vor allem Inspiration und Produktideen, der andere will vor allem Schnelligkeit und geringe Bestellkosten, ein weiterer arbeitet noch am liebsten mit einer durchblätterbaren Broschüre. Diese Unterschiede nimmt er ernst. Gerade deshalb will er LoGolf Schritt für Schritt weiterentwickeln, ohne blind auf ein Modell zu setzen.

Außerdem blickt er ausdrücklich über die Grenze hinaus. Die Niederlande und Deutschland sind wichtig, aber für Ribbe liegt im Rest Europas noch viel Potenzial. Frankreich, Belgien, Spanien und Portugal nennt er als Märkte mit jeweils eigener Dynamik. Gerade dort kann seiner Meinung nach Wachstum entstehen, wenn man versteht, wie die lokale Golfwelt funktioniert. Auch das passt zu seinem Ansatz: Erst gut verstehen, dann erst skalieren.

Was für ein Unternehmen soll LoGolf in einigen Jahren sein? Aus allem wird deutlich, dass Ribbe auf einen modernen, lokalen Spezialisten setzt: digital, wo es geht, persönlich, wo es sein muss. Ein Partner, der den Wiederverkäuferkanal ernst nimmt, weiß, was im Golf passiert und Kunden hilft, bessere Entscheidungen zu treffen. Nicht durch lauteres Rufen, sondern durch relevanter zu sein.