Oxford Economics: Europäische Markenartikelindustrie viel größer als gedacht

Von Peter van Gestel Jun 9, 2026

Während des zweiten Tages des PPAI und EAC International Leadership Summit präsentierte Elliot Heaton von Oxford Economics die ersten Ergebnisse einer globalen Wirkungsstudie zur Markenartikelindustrie. Diese wurde im Auftrag des amerikanischen Branchenverbands PPAI durchgeführt. Der vollständige Bericht erscheint im August, aber die vorläufigen Zahlen zeichnen jetzt schon ein auffälliges Bild: Die wirtschaftliche Bedeutung unserer Branche ist weltweit und in Europa erheblich größer als bisher angenommen.

Laut der Studie unterstützt die Markenartikelindustrie weltweit einen Beitrag zum Bruttoinlandsprodukt von 465 Milliarden Dollar. Darüber hinaus sichert der Sektor 11,5 Millionen Arbeitsplätze und leistet einen Steuerbeitrag von 136 Milliarden Dollar. Der weltweite Gesamtumsatz mit Markenartikeln wird auf 329 Milliarden Dollar geschätzt. Dabei handelt es sich nicht nur um traditionelle Werbeartikel, sondern auch um sogenannte lizenzierte Merchandise-Produkte, wie Produkte mit Marken und Charakteren von beispielsweise Disney.

Gerade diese breitere Definition erklärt zum großen Teil, warum die Zahlen höher ausfallen als frühere Schätzungen. Während der europäische Markt für Werbeartikel bisher oft auf etwa 23 Milliarden Euro geschätzt wurde, kommt Oxford Economics nun für Europa auf einen wirtschaftlichen Beitrag von 97 Milliarden Dollar, umgerechnet fast 84 Milliarden Euro. Damit stellt sich die europäische Bedeutung von Markenartikeln als viel größer heraus, als bislang angenommen.

Oxford Economics betrachtete nicht nur den direkten Umsatz, sondern auch die weiteren wirtschaftlichen Effekte in der Wertschöpfungskette. Denken Sie an Produktion, Verzierung, Vertrieb, Logistik, Zulieferer und die Ausgaben der Beschäftigten, die in der Branche tätig sind. Für Europa bedeutet dies, dass Markenartikel nicht nur einen wichtigen Absatzmarkt darstellen, sondern auch einen wesentlichen Beitrag zur Beschäftigung (1,1 Millionen Arbeitsplätze) und wirtschaftlichen Aktivität in der Region leisten.

Die Ergebnisse sind vorläufig und werden in den kommenden Monaten weiter überprüft. Im August werden die vollständigen Zahlen veröffentlicht. Dennoch ist die Botschaft jetzt schon klar: Markenartikel sind wirtschaftlich gesehen keine Nische, sondern eine ausgereifte globale Industrie mit einer viel größeren Bedeutung als oft angenommen.