Die Zukunft hat längst begonnen

Von Sem van Lit Feb 25, 2026

Wer letzte Woche auf PromZ.nl den Artikel über zugängliche Technologie in intelligenten PSA gelesen hat, kennt das Beispiel von NFC (Near Field Communication): eine kleine Ergänzung in der Arbeitskleidung, die in der Praxis viel bewirken kann. Und natürlich kennen wir alle Sicherheitsschuhe, Warnschutzjacken und robuste Arbeitshosen.

Aber Arbeitskleidung bekommt immer öfter etwas Neues hinzu. Nicht nur schlauer, sondern auch unterstützender. Exoskelette halten nämlich immer häufiger Einzug am Arbeitsplatz und werden zunehmend als Ergänzung zu bestehenden Schutzmitteln gesehen.

Weniger Belastung

Erkrankungen des Bewegungsapparates (MSD’s) gehören nach wie vor zu den wichtigsten Ursachen für Krankheitsausfälle. Vor allem Rücken, Schultern und Knie werden bei repetitiven Tätigkeiten, Heben oder langanhaltender Arbeit in gleicher Haltung stark belastet.

Exoskelette wurden entwickelt, um diese Belastung zu reduzieren. Sie bieten externe Unterstützung für Muskeln und Gelenke während körperlicher Aufgaben. Studien zeigen, dass die Muskelaktivierung – gemessen mittels Elektromyografie (EMG) – in vielen Fällen bei Verwendung eines Exoskeletts abnimmt. Das weist auf eine geringere körperliche Anstrengung und möglicherweise weniger Überlastung auf lange Sicht hin.

Gleichzeitig ist es wichtig zu betonen, dass ein Großteil der wissenschaftlichen Studien noch unter Laborbedingungen durchgeführt wird. Nur ein begrenzter Prozentsatz der untersuchten Systeme wurde bereits ausführlich in realen industriellen Umgebungen getestet.

Drei Arten von Exoskeletten

Exoskelette für den beruflichen Einsatz lassen sich meist in drei Typen einteilen. Passive Exoskelette arbeiten ohne Motoren und verwenden mechanische Lösungen wie Federn oder clevere Konstruktionen, um den Körper zu unterstützen. Aktive Exoskelette enthalten angetriebene Komponenten, die bei Bewegungen zusätzliche Kraft liefern. Daneben gibt es hybride Exoskelette, die beide Prinzipien kombinieren.

In der Metallindustrie werden vor allem Rücken- und Schulterexoskelette bei Tätigkeiten wie Schweißen, Schleifen und Überkopfarbeiten eingesetzt. Sie bieten Unterstützung bei langanhaltender oder intensiver Belastung, wodurch Mitarbeiter weniger schnell ermüden und körperlich schwere Haltungen besser durchhalten können.

Erst testen

Ein Exoskelett kann helfen, den Körper weniger zu belasten, aber das gelingt nur, wenn es in der Praxis gut funktioniert. Man kann es nicht einfach verteilen und hoffen, dass es von allein funktioniert. Es muss zur Arbeit und zur Person passen, die es trägt.

Die EU-OSHA sagt auch, dass Exoskelette Vorteile bieten können, aber man muss zunächst die Arbeitssituation und mögliche Risiken genau anschauen. Wichtig ist vor allem, ob es bequem sitzt, ob man sich gut bewegen kann, wie lange man es trägt und ob alle klare Anweisungen erhalten. Wenn es unbequem sitzt oder nicht angenehm funktioniert, tragen die Menschen es nicht und man hat letztlich wenig davon.

Strategische Wahl in einem engen Arbeitsmarkt

In Branchen wie der Metallindustrie spielt zudem der Mangel an qualifizierten Arbeitskräften eine Rolle. Exoskelette werden immer öfter als Investition in nachhaltige Beschäftigungsfähigkeit gesehen. Sie können dazu beitragen, Mitarbeiter länger gesund und produktiv zu halten, besonders bei körperlich schweren Berufen.

Die Technologie entwickelt sich schnell und wird immer zugänglicher. Was als Nischeninnovation begann, wächst zu einer ernsthaften Ergänzung der bestehenden Sicherheitsrichtlinien heran.

Exoskelette fügen eine zusätzliche Unterstützungsschicht hinzu. Damit werden sie Schritt für Schritt Teil des umfassenderen Sicherheits- und Arbeitskleidungskonzepts innerhalb moderner industrieller Umgebungen.