Inhouse Bochum in industriellem Ambiente bei L-shop

Von Sem van Lit Mar 23, 2026

Bei der Ankunft in der Jahrhunderthalle in Bochum spürt man es sofort: Dies ist kein standardmäßiger Messestandort. Auf einem alten Industrieareal öffnet sich ein besonderer Ort, an dem Textilien und Innovation zusammenkommen.

Der Standort allein beeindruckt. Die raue, industrielle Ausstrahlung der Halle wurde nicht verändert, sondern bewusst erhalten. Das sieht man auch auf der Messefläche wieder. Keine standardmäßigen weißen Wände oder klassische Stände, sondern einheitliche, minimalistische Aufbauten mit einfachen Regalen, die gut zur Umgebung passen. Das sorgt für eine offene Messefläche und eine angenehme Atmosphäre.

Am Donnerstag, dem Tag unseres Besuchs, war die Messe den ganzen Tag über gut besucht. Es herrschte durchgehend viel Betrieb auf der Fläche und an den Ständen, was für einen lebendigen Messetag sorgte. Mit mehr als 80 Marken auf der Messefläche gab es zudem viel zu sehen. Auffällig war die Mischung aus etablierten Namen und kleineren Unternehmen. Gerade deshalb sprach man auch Marken an, die man sonst auf anderen Veranstaltungen nicht so schnell antrifft. Außerdem fiel auf, dass nur relativ wenige niederländische Distributoren anwesend waren.

Was auffiel, war die Kombination aus praktischen und innovativen Produkten. So begegneten wir unter anderem einem Sweatshirt, das sich einfach in eine Tasche umwandeln lässt. Auch zog ein Stand viel Aufmerksamkeit auf sich, an dem Besucher vor Ort einen personalisierten Hoodie bedrucken lassen konnten. Besucher konnten selbst eine Farbe wählen und nahmen so wirklich etwas Eigenes mit. Dort herrschte den ganzen Tag großer Andrang. Gerade ein solches Konzept funktioniert gut auf einer Messe: Als Aussteller zieht man nicht nur Aufmerksamkeit auf seinen Stand, sondern schafft auch auf natürliche Weise Zeit, um mit Besuchern ins Gespräch zu kommen.

Wir sprachen auch mit dem Unternehmen EECOFF, das Textilien aus Kaffeebohnen herstellt. Sie berichteten, dass Kaffeesatz zunächst karbonisiert und anschließend mit Polyester und Farbpigmenten gemischt wird. Danach werden die Fasern zu Garnen verarbeitet, die wiederum für Stoffe und letztlich für Corporate Wear verwendet werden. Laut dem Unternehmen führt dies nicht nur zu einem nachhaltigeren Prozess, sondern auch zu funktionalen Vorteilen wie Feuchtigkeitsregulierung, UV-Schutz, Geruchsreduzierung und Atmungsaktivität.

Von der Produktpräsentation bis zur Drucktechnik

Da die Aussteller aus verschiedenen Bereichen der Textilbranche kamen, unterschieden sich auch die Präsentationen an den Ständen. Während Produktfertiger vor allem ihre Kollektionen zeigten, demonstrierten Techniker live, wie Textilien bedruckt und veredelt werden. In Gesprächen auf der Messe kamen auch Entwicklungen in Druckverfahren zur Sprache. Besonders DTG- und DTC-Druckverfahren wurden als Techniken genannt, die in den kommenden Jahren zunehmend an Bedeutung gewinnen werden.

Während der Messe konnten zudem verschiedene Seminare besucht werden. Besucher hatten unter anderem die Gelegenheit, Lorenz Wagner zuzuhören, der über die Auswirkungen von Werbetextilien sprach. Auch Themen wie Farbmanagement wurden behandelt – Aspekte, die für Fachleute der Branche direkt relevant sind.