Printmasters schließt: Skalierung, Geschwindigkeit und Personalisierung vereinen sich in Polen

Von Peter van Gestel Sep 9, 2026

Die angekündigte Schließung von Printmasters in Rumänien ist keine Entscheidung, die bei Solo leichtfertig getroffen wird. Das betont COO Stephen Gibson in einem Gespräch über die Integration der Druckaktivitäten von XD Connects in die polnische Produktionsorganisation von Solo. Der Betrieb in Rumänien verschwindet zudem nicht von heute auf morgen: Der Übergang ist für den Zeitraum zwischen Anfang April und Ende Mai 2027 geplant.

Für die circa 535 Mitarbeitenden von Printmasters ist die Auswirkung jedoch groß. Gibson nennt dies ausdrücklich den schwierigsten Teil der Entscheidung. Seiner Ansicht nach wählt Solo bewusst eine lange Übergangszeit und Abfindungsregelungen, die über das lokal notwendige Maß hinausgehen. Gleichzeitig wird mit verschiedenen Parteien gesprochen, um Beschäftigung möglichst zu erhalten.

„Dies sind Entscheidungen, die man nicht leichtfertig trifft“, ist der Kern seiner Botschaft.

Dass Printmasters schließt, bedeutet laut Gibson ausdrücklich nicht, dass der rumänische Betrieb schlecht abgeschnitten hat. Im Gegenteil. Er lobt, was in den vergangenen Jahren aufgebaut wurde. Innerhalb der Größenordnung, die XD Connects hatte, wurde eine starke Produktionsorganisation etabliert, mit einem guten Qualitätsniveau und vor allem viel Flexibilität bei besonderen Veredelungen und Personalisierungen.

Das Beste bewahren

Gerade letztere bleibt erhalten. Printmasters konnte auch kleinere Aufträge relativ einfach mit zusätzlicher Handhabung und Personalisierung versehen, was gut zum höheren Preissegment von XD Connects passt. Gibson nennt vier Dienstleistungen, die explizit fortgeführt werden: Sleeving, MyBox, Sample Boxes und Personalisierung. Diese Möglichkeiten werden nicht nur für das XD-Sortiment erhalten bleiben, sondern sollen letztlich auch für einen breiteren Teil des Solo-Portfolios verfügbar gemacht werden. Zudem möchte die Gruppe unter anderem Doming, das in Rumänien bereits intern durchgeführt wurde, insourcing.

Damit nimmt Solo laut Gibson das Beste aus zwei Welten mit: die Flexibilität, Produktpräsentation und Qualitätsfokussierung von XD Connects, kombiniert mit der Skalierung, Automatisierung und Schnelligkeit von Solo.

Geschwindigkeit wird zum Marktfaktor

Diese Skalierung ist ein wichtiger Grund, die Druckaktivitäten nach Polen zu verlagern. Die bestehende Anlage dort ist laut Gibson groß genug, um die Volumina von XD Connects aufzunehmen und ist viel weiter mechanisiert und digitalisiert. XD repräsentiert seiner Aussage nach etwa acht Prozent des Druckvolumens von Solo. Für Printmasters war es bei dieser Größenordnung wirtschaftlich nicht sinnvoll, dieselben hohen Investitionen in Automatisierung zu tätigen.

Bei Solo liegt das anders. Die Produktion ist sowohl vorne als auch hinten stark automatisiert. Bestellungen werden so weit wie möglich ohne manuelle Zwischenschritte verarbeitet. Das zeigt sich nicht nur in Effizienz, sondern vor allem in Geschwindigkeit. Gibson gibt an, dass inzwischen circa 89 Prozent der Bestellungen innerhalb von 24 Stunden versandt werden.

Und gerade Geschwindigkeit und Effizienz sind zunehmend nicht mehr nur eine interne Optimierung, sondern eine Markterfordernis. Reseller werden von ihren Endkunden gezwungen, schneller zu reagieren, präziser zu kalkulieren und auch bei Premiumprodukten kurze Lieferzeiten zu bieten. Die Vorteile der Integration sollen daher letztlich beim Markt ankommen: schneller liefern, effizienter produzieren und ein wettbewerbsfähigeres Preisniveau erzielen.

Das gilt auch für XD Connects. Die Marke ist stark in Innovation, sieht jedoch laut Gibson, dass erfolgreiche Produkte nach einigen Jahren von Wettbewerbern kopiert und billiger angeboten werden. Durch die Nutzung der größeren und effizienteren Produktionsumgebung von midocean soll der Lebenszyklus dieser Produkte verlängert werden. XD-Produkte sollen dadurch auch im dritten und vierten Jahr nach der Einführung wettbewerbsfähiger bleiben können.

Druckerei und Logistik sind nicht dasselbe

Wichtig in Zusammenhang mit Rumänien ist schließlich die Unterscheidung zwischen Druckerei und Logistik. Printmasters ist die Produktionstätigkeit, auf die sich die angekündigte Schließung bezieht. Die Logistik ist bei CLC angesiedelt und ausgelagert. Es sind also zwei getrennte Aktivitäten.

Über die zukünftige Ausgestaltung laufen noch Gespräche. Gibson möchte dazu zu diesem Zeitpunkt keine Vorwegnahmen treffen.

Damit bleibt am Ende eine Entscheidung, die zwei Seiten hat. Die Schließung von Printmasters hat große Folgen für hunderte Mitarbeitende, und Gibson versucht diese menschlichen Auswirkungen nicht zu verschleiern. Gleichzeitig möchte Solo verhindern, dass mit dem Standort auch das Wissen verschwindet. Die Personalisierungsmöglichkeiten, Qualitätskontrolle und Premium-Ansätze von Printmasters und XD Connects sollen in eine Produktionsumgebung übernommen werden, die schneller, weiter automatisiert und skalierbarer ist.

Denn letztlich, so argumentiert Gibson, soll nicht nur Solo effizienter werden. Der Reseller soll das spüren – und letztlich auch dessen Endkunde.