Untersuchung FastEditor: 85 % der gelieferten Logos sind nicht direkt druckfertig

Von Sem van Lit Jun 17, 2026

Aus neuen Untersuchungen von FastEditor geht hervor, dass Artwork weiterhin eine große Herausforderung innerhalb der Werbeartikelbranche darstellt. Das Unternehmen analysierte 13.773 Logo-Uploads auf seiner Plattform im Zeitraum von März bis Mai 2026. Die Schlussfolgerung: Etwa 85 % der gelieferten Dateien sind nicht direkt für die Produktion geeignet.

Nach Angaben von FastEditor zeigen die Daten, dass das Problem viel größer ist als häufig angenommen wird. In der Praxis geht es nicht nur um eine einzelne falsche Datei hier und da, sondern um einen strukturellen Bestandteil des Bestellprozesses. Viele Logos, die Kunden hochladen, sind zu klein, nicht scharf genug, haben einen zu entfernenden Hintergrund oder sind für bestimmte Drucktechniken ungeeignet.

Viele Dateien müssen zuerst angepasst werden

Im Messzeitraum von März bis Mai 2026 wurden 8.664 Uploads näher betrachtet. Dabei stellte sich heraus, dass 79 % der bewerteten Rasterdateien hochskaliert werden mussten, um der Produktionsqualität zu entsprechen. Außerdem benötigten 61 % der Uploads eine Vektorisierung. Das sind Dateien, die ohne Bearbeitung nicht für Techniken wie Siebdruck, Sticken oder Lasergravur verwendet werden können.

Auch die Hintergrundentfernung war häufig erforderlich: 40 % der Dateien mussten entsprechend bearbeitet werden. Bei 3,5 % der Uploads wurde die erlaubte Farbanzahl für die gewählte Drucktechnik überschritten. Die Kategorien überschneiden sich, sodass eine Datei mehrere Korrekturen benötigen kann.

Die mittlere Dateigröße der gelieferten Logos lag bei etwa 0,6 MB. Laut FastEditor deutet das darauf hin, dass viele Kunden vor allem kleine, webgeeignete Dateien hochladen, die nicht automatisch für den Druck geeignet sind.

Kunden können viele Probleme selbst lösen

Bemerkenswert ist, dass Kunden, wenn sie die richtigen Werkzeuge erhalten, einen Teil der Probleme selbst beheben. Von den Kunden, die an eine Farbgrenze stießen, konnten etwa 44 % dies selbst korrigieren. Dies geschah in einer mittleren Zeit von 18 Sekunden.

Außerdem wurde bei etwa 27 % der Uploads Text hinzugefügt. Zusätzlich nutzten die Nutzer häufig Funktionen wie Rückgängig machen, Farben zusammenführen und Farbbeschränkungen anwenden. FastEditor zufolge zeigt dies, dass Kunden bereit sind, aktiv an einem druckfertigen Design mitzuarbeiten, solange der Prozess einfach und unmittelbar verfügbar ist.

Die meisten Logos sind zudem weniger komplex als oft angenommen. Der Median liegt bei zwei Sonderfarben, mit einem Durchschnitt von etwa 4,5 Farben. Gleichzeitig enthalten etwa eines von sechs Logos acht oder mehr Farben. Gerade diese Dateien verursachen oft zusätzlichen Aufwand, da sie erst auf eine technisch machbare Umsetzung reduziert werden müssen.

Artwork wirkt sich direkt auf die Marge aus

FastEditor bezeichnet Artwork nicht als kleines operatives Problem, sondern als direkte Kostenposition. Manuelle Korrekturen verursachen zusätzliche DTP-Stunden, Verzögerungen bei Andruckproben, längere Durchlaufzeiten und manchmal auch Nachdrucke. Nach Benchmark-Daten des Unternehmens kann die manuelle Artwork-Bearbeitung die Bestellverarbeitungskosten um etwa 73 % erhöhen.

Bei Bestellungen mit einer Marge von etwa 225 € kann die manuelle Verarbeitung laut FastEditor einen großen Teil dieser Marge verschlingen, noch bevor die Bestellung tatsächlich produziert wurde. Damit wird Artwork nicht nur eine Aufgabe für die Backoffice-Abteilung, sondern ein wichtiger Fokus für die Rentabilität von Distributoren und Lieferanten.

Artworkqualität bleibt wichtiges Augenmerk

Die Untersuchung zeigt vor allem, dass schlechte oder unvollständige Artwork-Dateien keine Ausnahme sind, sondern eher ein struktureller Bestandteil des Bestellprozesses. Ein großer Teil der gelieferten Logos erfordert eine zusätzliche Kontrolle oder Bearbeitung, bevor die Produktion möglich ist. Gleichzeitig zeigt die Datenlage, dass einige Korrekturen relativ schnell durchgeführt werden können, wenn Kunden direkten Einblick in die technischen Einschränkungen bekommen. Damit zeigt die Studie, dass die Artworkqualität ein wichtiges Augenmerk für Distributoren und Lieferanten in der Werbeartikelbranche bleibt.